Sakristeiportal

Das Sakristeiportal in der nördlichen Chormauer wird der Spätgotik zugeordnet und ist nach oben durch einen Kragsteinbogen abgeschlossen. Neben dem Portal hängt auf der rechten Seite das Abendmahlsglöckchen.
Die Tür fertigte der Schäßburger Tischlermeister Johannes Reychmuth im Jahr 1515. Sie wird von zahlreichen wertvollen Intarsien (Holzeinlegearbeiten) verziert.
Die Innenseite ist mit einem kunstvollen Schloss versehen. Das Hauptschloss verfügt über vier Riegel, ein Exzenter- und Hebelmechanismus sorgt dafür, dass an allen Seiten insgesamt 15 weitere Riegel in die Steineinfassung einrasten.
Die Sakristeitür wurde 1889 auf der Weltausstellung in Paris präsentiert, wo sie als Gesamtkunstwerk den 1. Platz erreichte.

Nordportal

Das Kalksteinportal ist im Renaissance-Stil gestaltet. Die Tür mit barockem Muschelwerk weist auch Rokoko-Elemente auf und und wurde 1780 hergestellt.
Bei dem Schloss handelt es sich um eine Art Vexierschloss: Die Drehrichtung des Schlüssels zum Öffnen beziehungsweise Schließen ist entgegengesetzt der üblichen Drehrichtungen bei gewöhnlichen Schlössern.
Das Nordportal war früher der Pfarrersfamilie, dem Presbyterium und älteren Männern vorbehalten. Nur zu hohen Festtagen wie Taufen oder Hochzeiten durften auch die Festgäste es nutzen.
Heute wird es als Hauptportal genutzt, vermutlich weil es dem Treppenaufgang am nächsten ist.

Südportal

Das Südportal, ebenfalls im Renaissance-Stil gehalten, ist dem Nordportal sehr ähnlich. Es entstand zwischen 1520 und 1525.
Früher betraten die Zünfte die Kirche durch dieses Portal, heute wird es nicht mehr genutzt.

Westportal

Das Portal in gotischem Stil und mit Kragsteinbogen-Abschluss entstand zwischen 1510 und 1526.
Oberhalb des Portals befinden sich die Wappen des ungarischen Königs Wladislaw (1490-1510) und des siebenbürgischen Woiwoden Johann Szápolya (1510-1540).
Links und rechts neben den beiden Wappen befinden sich zwei Schlusssteine der Vorgängerkirche (frühgotische Basilika): Ein Stern mit Halbmond sowie das Wappen der "Zwei Stühle".
Das Westportal ist 3,09 Meter hoch und 6,65 Meter breit. Ein 0,65 Meter breiter Mittelpfosten trennt die beiden Türen.
Das Portal ist eine Rarität in Siebenbürgen; lediglich in Bistritz, Klausenburg und Kronstadt sind ebenfalls Zwillingsportale vorhanden.
Durch das Westportal betraten früher die Frauen, Mädchen und Kinder die Kirche.