Die Kirche

Zunächst stand auf dem Burgberg eine frühgotische Basilika, die 1402 erstmals erwähnt wurde. Von ihr sind lediglich zwei Schlusssteine und eine Gewölberippe noch erhalten. Einige architektonische Eigenheiten an der heutigen Kirche lassen vermuten, dass die Grundmauern der Basilika teilweise in den Bau der heutigen Kirche einbezogen wurden.
Die heutige Kirche, eine dreischiffige Hallenkirche ohne Turm, wurde von 1500-1525 erbaut. Der spätgotische Sakralbau hat folgende Maße:

Außenlänge 45,15 Meter
Außenbreite 22,70 Meter
Innenlänge 39,20 Meter
Innenbreite 20,00 Meter
Mauerhöhe 16,00 Meter

Langhaus / Schiffe

Das Langhaus mit fast quadratischem Grundriss sieht aus, als ob es im Vergleich zu seiner Breite und Höhe sowie verglichen mit dem Chor zu kurz geraten wäre. Die geographischen Gegebenheiten (Größe des Burghügels) ließen ein längeres Langhaus nicht zu.
Drei oktogonale (achteckige) Pfeilerpaare, die das Gewölbe stützen und jeweils etwa elf Meter hoch sind, unterteilen das Langhaus in ein Mittelschiff (Hauptschiff) und zwei Seitenschiffe (Nebenschiffe).
Das Langhaus wird von Stern- und Netzgewölbe ohne Schlusssteine überwölbt. An den Seitenwänden ruht das Gewölbe auf kleinen Konsolen. Besonders interessant und auffallend sind zwei Konsolen am Triumphbogen in Form von Narrenköpfen.
Die Emporen stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die gemauerte Westempore (Orgelempore) wurde 1794 gebaut. Einige Balkenreste in der Mauer hinter der Orgel deuten darauf hin, dass auch im Westen einst eine Holzempore stand.
Im Jahr 1868 wurden alle Emporen neu überwölbt. Zudem wurde das Kirchengebäude mittels in die Mauern eingezogenen Schlüsseln zusätzlich stabilisiert.
Die Außenwände werden im Norden, Süden und Westen von Strebepfeilern gestützt. Am westlichen Ende der Nord- sowie der Südseite der Außenmauer befindet sich jeweils ein Türmchen mit dem Grundriss eines halben Oktogons. Die Wendeltreppen in den beiden Türmchen mit hölzernem Wehrgang führen zu den Emporen sowie auf den Dachboden der Kirche.
Das Nordwest-Türmchen hat nur außen einen Zugang, das Südwest-Türmchen hingegen kann nur aus dem Inneren der Kirche betreten werden.

Chor / Sakristei

Da der Burghügel in östlicher Richtung ansteigt, liegt der Chor drei Stufen höher als das Langhaus. Der Chor ist von einem Rautennetzgewölbe mit Gurtrippen und ohne Schlusssteine überzogen.
Seine Außenwände werden von Strebepfeilern gestützt. Der Chor wird in östlicher Richtung von einer polygonalen 5/8-Apsis abgeschlossen.
Über dem Chor befindet sich ein gemauertes Wehrgeschoss. Dessen auskragender Wehrgang war auf sieben Rundbögen zwischen den Strebepfeilern gestützt.
Das Erdbeben im Jahr 1802 beschädigte den Wehrgang so stark, dass man ihn 1803 abgetragen hat; die Mauern wurden bis unter das Chordach erhöht.
Auf das westliche Ende des Daches wurde ein Dachreiter (Türmchen) aus Holz gesetzt. In ihm hängt die sogenannte Bet- oder Galgenglocke. Sie wurde von einem Kind während des "Vaterunsers" geläutet. Betätigt wird sie durch ein Seil, welches aus einem kleinen Loch im Chorgewölbe herunterhängt.
An die Nordseite des Chors schließt sich die zweigeschossige Sakristei an. Ihr unterer Raum, in dem ein Lutherofen steht, ist mit einem Kreuzgratgewölbe versehen; das Obergeschoss wird von einem Tonnengewölbe überwölbt.
In der Ecke zwischen Sakristei und Chor steht ein Türmchen mit viertelrundem Grundriss. Es reicht bis zum Wehrgeschoss, seine Wendeltreppe ist jedoch nur noch bis zum Sakristei-Obergeschoss erhalten.